Wartburg 311
Am 18.Oktober 1955 erblickte der erste Typ 311 auf dem Band des Eisenacher Motorenwerkes (EMW)
das Licht der Welt. Der EMW 311 war eine Weiterentwicklung des IFA F9. Noch im gleichen Jahr
änderten sowohl das Werk als auch der 311 seinen Namen. Fortan wurde im VEB Automobilwerk
Eisenach (AWE) der Wartburg 311 produziert. In 11 (!) verschiedenen Varianten konnte der attraktive
Wagen geordert werden:
· Wartburg Standard-Limousine (311-0);
· Wartburg Standard-Limousine mit Faltschiebedach (311-008);
· Wartburg Luxus-Limousine (311-100)
· Wartburg Luxus-Limousine mit Faltschiebedach (311-108
· Wartburg Kabriolett (311-2)
· Wartburg Reise-Coupé (311-3)
· Wartburg Camping (311-5 eine Art Luxus-Kombi)
· Wartburg Kombi-Wagen (311-9)
· Wartburg Pick-Up (311-7)
· Wartburg Einsatzwagen / Kübel (311-4)
· Wartburg Sportwagen (313-1)
Insgesamt wurden bis 1965 fast 260.000 Wartburg 311 ausgeliefert. Davon wurden 51% im Ausland
verkauft. Stärkste Nachfrage nach dem attraktiven Thüringer gab es auf sozialistischer
Seite in der CSSR und Polen. Bei den nichtsozialistischen Staaten führte Finnland vor
Schweden. Zwischen 1961 und 1963 fanden auch 517 Wartburg 311 ihren Weg über GENEX und
die Bundesrepublik Deutschland in die DDR. Die Wartburg-Palette wurde ständig überarbeitet
und erweitert. Heute sind eine Vielzahl von Entwürfen und auch Prototypen bekannt. Der
wohl berühmteste Vertreter dieser Prototypen ist der Wartburg 311 "Bellevue".
Er wurde vom Karosseriewerk Halle hergestellt und verfügte über eine Landaulet-Karosse.
Das heißt, man konnte das Verdeck über den Rücksitzen wie beim Cabriolet komplett
öffnen, während das (Plexiglas-)Dach über den Vordersitzen fest montiert war.
Er verschwand auf mysteriöse Weise und sein Verbleib ist bis heute ungeklärt. Die
größte Modellpflegemaßnahme in der Baureihe 311 war die Umstellung auf den
intern "Wartburg 312" genannten "Wartburg 1000". Das hatte aber noch nichts
mit dem späteren Wartburg 312 von 1965 zu tun. Die Karosse wurde gründlich überarbeitet
und es kam ein stärkerer Motor mit nunmehr 1000 cm³ (statt 900 cm³) zum Einsatz.
Damit erreichte der Wartburg eine Leistung von 45 PS (33 kW). Da die Kapazitäten des Eisenacher
Stammwerkes längst nicht ausreichten, um die Vielzahl an Varianten des Wartburg 311 zu
produzieren, war die Herstellung aufgeteilt worden:
Im Automobilwerk Eisenach wurden demnach die Limousinen in Standard- und deLuxe-Ausführung mit Links- und Rechtslenkung und ggfls. mit Schiebedach und der Pickup produziert. In Halle/Saale lief der dreitürige Kombiwagen vom Band, in Meerane (Sachsen, ehem. Gustav Hörnig) das zweitürige Coupé und beim Karosseriewerk Dresden (vormals Gläser) das zweitürige Cabriolet, der Einsatzwagen / Kübel, die Camping-limousine (fünftürig) und der Wartburg 313 Sport.
1964 trat der Wartburg 312 die Nachfolge dieses Verkaufsschlagers an.
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Jahr |
1955 |
1956 |
1957 |
1958 |
1959 |
1960 |
1961 |
1962 |
1963 |
1964 |
1965 |
Gesamt |
|
Hergestellt |
162 |
14223 |
23197 |
24145 |
28955 |
28666 |
30232 |
26209 |
30003 |
32592 |
20651 |
259035 |
|
Export Soz. Ausland |
0 |
2718 |
4995 |
5428 |
5078 |
10770 |
5147 |
18283 |
27152 |
9231 |
0 |
88802 |
|
Export nichtsoz. Ausland |
0 |
3741 |
8362 |
4248 |
4143 |
3642 |
4601 |
3916 |
5254 |
6424 |
0 |
44331 |
|
Verbleib in der DDR |
162 |
7764 |
9840 |
14469 |
19734 |
14254 |
20484 |
4010 |
-2403* |
16937 |
20651 |
125902 |
*Der negative Wert beim Verbleib der Fahrzeuge in der DDR in 1963 geht auf die Einführung des neuen Modells Wartburg 311 1000 in 1962 zurück. Der Nachfrage der Exportmärkte aus 1962, konnte erst im Folgejahr entsprochen werden.
(Die Grunddaten, aus denen wir obenstehende Darstellungen erarbeitet haben, stammen aus dem Buch "Wartburg 311" von Michael Stück, 1999 im TIM-Verlag erschienen)
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